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Nicht einaml die Ungewissheit ist gewiss

DISPUTATIONES

24/07/24 „Der Mensch kann und darf trotz aller Unsicherheit und Ungewissheit hoffen. Dieses Hoffen steht im Zentrum des Glaubens an Gott von Anfang an“, so Erzbischof Franz Lackner bei der Eröffnung des Festspielsymposions Disputationes zum Motto Et exspecto im Rahmen der Ouvertüre Spirituelle.

Ungewissheit gehöre „wesentlich zum Menschsein“ und sei auch Teil des Glaubens. Es diskutierten am Montag (22.7.) der Sozialpsychologe Andreas M. Krafft, die Meteorologin Helga Kromp-Kolb und die Philosophin Catrin Misselhorn mit dem Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg Dietmar W. Winkler. Das Thema galt der Bewältigung der aktuellen Krisenzeit. Unter den namhaften Gästen waren die Äbtissin emerita Perpetua Hilgenberg, die ehemalige Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler oder der Ex-EU-Kommissar Franz Fischler.

„Vielleicht lässt sich also sagen, am Ende sei nichts gewiss, nicht einmal die Ungewissheit“, so Erzbischof Lackner. Auch der Glaube sei mit Ungewissheit und Zweifel konfrontiert. Es sei die Hoffnung, die den „Glauben trotz Zweifel möglich mache“. Für Markus Hinterhäuser sind die Disputationes „wertvolle Reflexionsräume über existenzielle Fragen“. Das dreitägige Symposion ist für ihn die „Kostbarkeit der Salzburger Festspiele“.

Der Ökonom, Sozialpsychologe und Zukunftsforscher Andreas M. Krafft sprach von der Bedeutung kollektiver Hoffnung und gegenseitigen Vertrauens hervor. „Wir brauchen andere Menschen und wir brauchen Hoffnung, um die Krisen der heutigen Zeit bewältigen zu können.“

Jüngere Menschen müsse man nicht für die Zukunft vorbereiten, sondern befähigen. Dazu gehöre die Frage nach dem Sinn im Leben und der Hoffnung. „Wer daran glaubt, dass es eine Möglichkeit gibt, werde eher etwas dafür tun.“

„Lösungsorientiertes Handeln gegen die Klimakrise“ forderte Catrin Misselhorn, emeritierte Universitätsprofessorin für Meteorologie und Klimatologie an der Universität für Bodenkultur in Wien. „Wir können es uns nicht leisten, uns lähmen zu lassen von der Angst und nichts zu unternehmen.“

Die Disputationes gehören seit zwölf Jahren zum Programm der Ouverture Spirituelle. Jeweils ein Thema wird an drei Tagen interdisziplnär betrachtet. Seit ihrer Gründung 2012 sprachen bei den Disputationes bei 45 Veranstaltungen 125 Persönlichkeiten der Weltreligionen, der Kultur und Wissenschaft über die Wirkung von Kultur und Religion auf den Menschen. Ein Sammelband fasst die Ergebnisse jeweils zusammen. (SFS /dpk-klaba)

Nach den Tagen zu Ungewissheit und Zuversicht folgt heute Mittwoch (24.7.) der dritte Tag und letzte Tag  Verheißung mit Reinhold Esterbauer, Martina Mara und Ilija Trojanow – www.disputationes.at – das Programmheft zum Download – www.disputationes.at

 

 

 

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