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Von A nicht ganz bis Z

STICH-WORT

05/10/18 Zur Zeit braucht's ja gar nicht die „Lange Nacht der Museen“, um in Salzburg historisches O-Bus-Feeling zu bekommen. Hoffentlich fehlt der Bus, der morgen Samstag (6.10.) auf dem Kapitelplatz gezeigt wird, nicht im Linienverkehr.

Von Reinhard Kriechbaum

Da geht es ja derzeit knapp her mit fahrbarem Gerät. Auf dem Kapitelplatz erspart man sich bei den Führungen im Rahmen der 19. Langen Nacht der Museen jedenfalls den Fahrer (davon gibt es angeblich auch zu wenige). Jedenfalls: „Ein moderner Metrostyle-Obus der Salzburg AG sowie ein 60 Jahre alter Nostalgie-Obus, liebevoll gepflegt und instand gehalten vom Verein Pro Obus, stehen zum gemütlichen Probesitzen bereit“ heißt es in der PR zu diesem Programmpunkt.

52 Museen und Galerien, aber auch andere Einrichtungen, die mehr oder weniger mit Kultur zu tun haben, stehen an dem Abend offen. 29 Häuser haben auch eigens wieder Programme für Jugendliche vorbereitet.

Alphabetisch geht’s wie üblich von A (Abgusssammlung des Fachbereichs Altertumswissenschaften) nicht ganz bis bis Z, aber doch bis W (Wasser.Spiegel – Erlebnis Technik am Mönchsberg). „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden“: Christoph Takacs, Landesdirektor ORF Salzburg bemüht für die Lange Nacht der Museen sogar Kafka. Für den ORF, der die komprimierte Museen-Offensive jedes Jahr ausrichtet, ist das ja ein Anlass, an dem er sein Image als Kultursender ordentlich aufmöbeln kann. Unterdessen machen auch schon Museen im angrenzenden Ausland mit (Slowenien, Liechtenstein, der Schweiz und Deutschland, 700 sind es insgesamt. Rund 217.000 Booklets werden aufgelegt, jenes für Wien ist sogar in einer englischsprachigen Version erhältlich.

In Salzburg erstmals dabei: die ArtMonopol GmbH in der Schießstattstraße und das Brechelbad zu Webersberg (in seeham). Dorthin braucht man aber kein Badezeug mitnehmen, das Brechelbad diente zur Flachsbehandlung (und damit der Leinenherstellung). Das Salzburger FIS-Landesskimuseum und das Freilichterlebnis Sieben Mühlen in Pfarrwerfen präsentieren sich anlässlich der „ORF-Lange Nacht der Museen“ im Kulturzentrum „Das Kino“ auch in der Stadt Salzburg. Gar nicht unlustig: drei „skihistorische Stadtführungen“ - offenbar gab's mehr als Schlittenfahren auf dem Krauthügel.

Die Sieben Mühlen sind unverdächtig, weil dort ging es wirklich um getreide, also letztlich ums tägliche Brot. Im Pulvermachermuseum in Elsbethen erfährt man, dass auch dieses Gewerbe mit Wasser und Mahlen zu tun hatte.

Nach einer Pause nehmen heuer das Arthotel Blaue Gans, die Galerie 5020, das Mozart-Wohnhaus wieder teil. In Hallein ist das neu gestaltete Stille Nacht Museum Hallein wieder zu besichtigen und auch der Traditionsraum der Freiwilligen Feuerwehr. Und a propos Feuerwehr: Die Universitätsbibliothek (Salzburg) präsentiert die bibliophile Seite der Persönlichkeit von Max Gandolf (1622–1687), der vor 350 Jahren am 8. Dezember 1668 sein Amt als Fürsterzbischof von Salzburg antrat. Druckwerke mit prächtigen Kupferstichen spiegeln das Wissen seiner Zeit. Max Gandolph war es auch, der 1677 eine Feuerlöschordnung erließ und darin anordnete, dass Kamine vier Mal pro Jahr gekehrt werden müssen.

Der „Treffpunkt Museum“ am Max-Reinhardt-Platz in Salzburg ist wie immer zentraler

Ausgangspunkt der Fuß- und Busrouten. In Intervallen von ca. 15 Minuten werden von

18 bis 1 Uhr morgens alle Veranstaltungsorte angefahren. Routenpläne sind im Booklet und im Internet unter langenacht.ORF.at zu finden
Bilder: langenacht.ORF.at

 

 

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